Topf und Deckel

Mein junger Freund an der Kasse hat mich allen Ernstes gefragt, ob alles okay ist. Das war jetzt so ne klassische Smalltalk Frage oder? Oder war es so offensichtlich, dass mein Tag semi war. Wie die letzten Tage auch. Ich glaub ich brauch ein Bier. Und Urlaub. Und überhaupt, macht euren Scheiß alleine. Da läuft eh was seid längerem quer. Ich mag nicht mehr.

Wäre eigentlich reif für running in the rain gewesen. Aber Zeit und Rain waren aus.

Wäre jetzt gern Distelrüssler.

Vielleicht lenk ich mich ab. Und reagier mich so ab. Mit social media. Ich bin entnervt von all den Influenzan. Schimmer Virus. All die Erklärbären. Abgesehen von meinen Ausflügen in die Youtuber/ Streamer-Szene (Motto: jeder zerstört jeden, definiere Vernunft bitte) treibe ich mich gerade ja immer noch im Psychobubble rum. Wirklich erhellend ist er nur bedingt. Am Ende geht es eben doch um Reichweite und Erfolg. Und selten um echte Aufklärung oder Wissensvermittlung.

Argh jetzt hat der griechische Lebensberater-Gott gemerkt, dass er noch nen Video im Annitheduck Kontext online hatte. Wo oder sich doch entschuldigt hatte und alle Videos, wo er falsche Analysen/ Behauptungen aufgestellt hatte offline nehmen wollte. Weil ja er hatte die Situation damals falsch eingeschätzt, aber er wollte ja nur das Gute für de Welt. Und hat im Einfer des Gefechts. Ja genau. Naja jedenfalls war das auch so ein 2 Jahre alter Stream den er zum Thema Schmierenkampage von Narzissten gemacht hatte. Mit Seitenhieb Richtung Anni. Jedenfalls sagt er da irgendwann so allgemein, dass all die, die einem nicht glauben aber dem Narzissten, dass die gnadenlos abzuschießen sind. Also Kontaktmäßig/ Freundschaft und so. Da sich die Annitheduck Geschichte um 180 Grad gedreht hat, bleibt nur festzuhalten: Hoecker sie sind raus. Nachhaltig. Gemäß ihren eigenen Forderungen. Schade, dass ich ihm das nicht mehr sagen kann.

Es gibt so Influenza, die lösen bei mir echt Fluchttendenzen aus. Und er ist einer davon. Wenn ich narzistischens Austreten definieren müsste, würde ich ihn beschreiben. Ach ja und alle Borderlinerinnen sind übrigens ganz toll im Bett. Das ist ihre Waffe um die Männer gefügig zu machen. Noch mehr Vorurteile/ Klischees geht nicht. Altaaa. Ganz geil is auch diese Mutter-These. Dass Narzissten ihr leben lang nach der perfekten Mutterfigur suchen. Freud wäre stolz.

Die KI und ich diskutieren über Erklärungsansätze des Wunsches nach Verschmelzung. Ich glaube ja immer noch das das was mit fehlendem eigenem Identitätsgefühl zusammenhängt. Aber eigentlich is das viel spannendere was das wirklich sein soll der Wunsch nach Verschmelzung. Ich würde da gern jemanden fragen, wie sich das anfühlt. Und ob es wirklich das ist was da reininterpretiert wird. Oder nur ne Metapher. Oder vielleicht ist es einfach nur ein Modus der übers Ziel hinausschießt. Wie vieles bei emotionalen Persönlichkeiten. Ich gebs zu dieser Punkt mit Verschmelzung beschäftigt mich. Ja schon länger. Aber allein schon deshalb weil ich ihn schwer greifen kann.

Weil wie kann ein Mensch davon träumen mit jemand anderen eins zu werden. Ich seh da vor meinem Auge zwei Körper die zu einem Klumpen werden. Der Theorie dass wir als Kleinkinder wahrnehmungstechnisch auch eins mit unserer Mutter waren und diese Situation wieder haben wollen, kann mich auch nicht abholen.

Irgendwie is das alles wild, was da so abgeht. In welcher Welt wir leben. Von wem wir uns alles beraten lassen. Erklären lassen, wie wir zu leben haben. Weiß nicht. Manchmal denke ich, die Zeit als die Kirche sagte wos langgeht war nicht so verkehrt. Ratgeber hier und Ratgeber dort. Und alle sind nur vollkommen altruistisch. Außer Casy die gibt wenigstens zu, dass Beratung ne Dienstleistung ist und bezahlt gehört.

Das lustige beim griechischen Gott sind seine Short. Er kommentiert da die Short/ TikTok Videos anderer Influenza. Er buttelt sie alle vor. Geil is dann wenn er bei Steffi Stahl also der Psychobubble-Ikone sagt „die Dame beschreibt hier sehr treffend“. Die Dame. Und huch Kraft ihrer Wassersuppe sagt sie was richtiges, was er natürlich auch weiß und ihr attestiert Ahnung zu haben. Ich glaub vom Rainer Sachse hab ich auch ein Buch. Aber das is alles überholt. Und niemand so schlau wie der Gott. Der in seinem früheren Leben mal Zigaretten vertickt hat. Wild.

Der Karsten philosophiert derweil über die richtige, die gute Liebe. Und er geht mir grade noch am wenigsten auf den Keks. Auch wenn ich aufgehört habe zu zählen wie viele Kanäle er hat. Aber in dem Zusammenhang mit dem Video und eben den anderen Videos anderer schlauer Weltverbesserer, bei denen ich mich immer frage, ob sie diese toxischen Menschen von denen man sich fernhalten soll, gleich auf den Mond schießen wollen, denke ich grade so nach …

Ob es eben nicht doch diesen Topf und Deckel gibt. Ob es immer dieses eine perfekte sein muss. Oder ob es eben nicht doch Konstellationen geben kann, die für viele andere alles andere als „gut“ oder „gesund“ erscheinen. Wo eben doch narzisstische Strukturen auf unterwürfige Strukturen treffen. Und beide Seiten damit glücklich und zufrieden sind. Wir können nicht in die Köpfe anderer schauen und erkennen wie sehr sie leiden oder eben auch nicht. Wer sagt denn, dass das Leid nicht doch größer ist, wenn sie aus der Beziehung raus gehen. Es wird immer so getan als ob dann das gute Leben vom Himmel fällt.

Klar gibt es Konstrukte wo der Deckel auf dem Topf zum explodierenden Schnellkochtopf wird. Und auch Leid vorhanden ist. Wo es wirklich besser ist, das ganze zu beenden. Das will ich nicht abstreiten. Aber ich frage mich ob diese allgemeine Schablone so immer gilt, wie sie oft in den Raum geworfen wird. Oder ob es nicht oft dann doch ein passender Topf mit Deckel ist. Die ihre Art des Umgangs miteinander finden, die funktioniert. Ich meine, wir akzeptieren ja auch diese Sex-Clubs wo Menschen Sado-Maso nachgehen. Und stören uns nicht dran, dass der eine den anderen demütigt, verletzt. Weil muss so, weil geht beiden ja dabei einer ab. Nur weil ich daran keine Spaß habe, warum soll man es anderen verwehren? Warum soll es sowas eben nicht in anderer Form in sozialen Beziehungen geben?

Was wenn es eben Menschen gibt, dass das wirklich so brauchen. Für die das eben wirklich zu Hause ist, Sicherheit ist.

Casy meint Vertrautheit. Wenn sich etwas anfühlt wie früher. War früher denn gut? Nicht immer. Der Mere-Exposure-Effekt funktioniert bei mir übrigens nicht. Zumindest nicht bei gewissen Themen/ Personen. Da passiert das Gegenteil.

Der Wiederholungszwang is von Freud. Aha.

Ich mag die Griechin und wie sie Freud zerlegt. Ach guck, sie sagt auch dass dieser Wiederholungszwang nicht belegt ist. „Wir suchen uns Menschen mit dem selben Trauma aus. Bei solchen Aussagen kriege ich Schleudertrauma vom Kopfschütteln“. Ich lieg am Boden. Gut ihrem Feminismus kann ich auch nur bedingt was abgewinnen. Aber sie hat durchaus Punkte. Auch wissenschaftlich. Jenseits des üblichen Geschwurbel.

Ich hab schon lange nicht mehr Geschwurbel gesagt. Aber ja vieles von dem Psychozeug is Geschwrubel. Kreatives Gehirnjogging. Aber ich komme ab.

Dieses Streitgespräch muss ich glaube noch mal im Detail durchgehen. Und jede These unter die Lupe nehmen.

Gut die Gespräche wo es auch wirklich um Gewalt geht auch psychische Gewalt wie eben verbales Niedermachen (nichts richtig machen können) spricht jetzt gegen meine These, dass Menschen in so unausgeglichenen Beziehungen glücklich werden könne. Wobei ich weiß nicht. Wo setzt man da die Grenze an? Ich mein wir leben in Zeiten, wo jeder schiefe Blick als toxisch interpretiert wird. Und dazu trägt dieses ganze Podcast und Berater Zeug ordentlich bei. Um wieder bei der perfekten guten Liebe zu laden. Aber das Leben ist nicht perfekt. Und Glück hat verschiedene Farben.

So das Bier is alle. Nacht.

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