Ich habe fertig. Ich bin fertig. Gut ich wurde geschlagen, trotz neuem Streckenrekord. Dabei wollte ich gar keine 1000 km mehr machen. Aber der Franz hat mich vor sich hergetrieben. Obwohl mir nach der ersten Woche fast schon klar war, dass ich ihn nicht mehr kriege. Machst nen Ruhetag und hast 200 km Rückstand. Rentner haben halt immer Zeit. Und ein E-Bike.
Mein Rennradelnder Kollege hat E-Bike getestet. Mein er, dass man nach 70 km noch voll ausgeruht ist. Nicht mal durchgeschwitzt. Daum denk ich mir auch meinen Teil. Ich trete noch selbst und das bei nem Billig-MTB. Und Gegenwind. Alter war das übel. Zum Glück war die letzte Woche nicht so warm. Bin dann gestern zum Ausradeln noch mal gefahren. Aber war so platt, dass ich eh kaum vom Fleck gekommen bin.
Und dann sinkt deine Motivation so richtig gegen Null. Der Mähroboter war mal wieder unterwegs. Im gesamten Landkreis. Alle Seitenstreifen platt. Grundlos. Da war kein meterhohes Gras, das die Sicht versperrt. Da war Geblüm in allen Farben. Alles weg. Da wird bei der Wetterlage auch nix mehr wachsen. Kein Tropfen Regen weit und breit. Und dann is das schlechteste, was du machen kannst, mähen. Dann brutzelt die Sonne alles weg. Klimaanpassung yeahhh. Aber wir mähen doch immer. Das muss so.
Jede einzelne Sackhaar. Ganz langsam und mit Gefühl.
Eigentlich bin ich gerade nicht so emotional unterwegs und gut stabil. Aber ich gebe zu, diese Tage sind dann hart. Zwischen dem fluchen und motzen, muss ich denn doch die Tränchen verdrücken. Ich hasse diese Tage. Auch wenn jetzt eh kaum noch Getier unterwegs ist. Aber all diese Wildblumen sind so viel schöner als das was jetzt noch da ist. Nichts. Abgeerntete Felder, rasierte Seitenstreifen. Tristesse.
Ich will aufhöre zu treten. Meine Beine tun eh weh. Und es ist heiß. Die sonne brennt erbarmungslos.
Als Mutter Natur Hirn verteilte, vergass sie die Menschen. Gesunder Menschenverstand. Vernunft. Dass ich nicht lache. An solchen Tagen denke ich, sie hassen alle die Natur.Egal ob der Bauer, der den Feldweg mäht, oder das Amt, das die Straßen ordentlich hält. Die einzigen Fleckchen, die wir der Natur noch gelassen haben zwischen all der Nutzfläche, machen wir auch noch platt. Damit es ordentlich ist. Ich find das so hässlich.
An solchen Tagen, hoffe ich dass die Natur sich rächt. Dass sie sich vom Parasit Menschen befreit.
Ich hatte vor ner Woche nen alten Bauern getroffen. Mitte 70. Hat die Nachwuschsbäume von den Brombeeren befreit, Hat sich entschuldigt, dass da noch Holz auf em Weg lag. Borkenkäfer. Sie mussten fällen. Das ganze Frühjahr hats nicht geregnet. Eigentlich haben sie ne Viehzucht. Er weiß nicht mehr, wie er füttern soll. Die Weiden verdorrt. Die Felder notreif. Der Mais zu trocken. Mitte 70 war er. Sowas hat er noch nie erlebt, meinte er. Wenns der Klimawandel ist, dann sollen sie was tun, hat er gesagt. Hab ihm vorgeschlagen, sie sollen auf ihren Feldern Windräder bauen. Wenn schon nix wächst..War ihm zu teuer. Schmunzel. Ach ja, die Preise für Milch und Co auch noch im Keller. Der Handel. Wir kennen das. Er wollte sich bloß noch besaufen. „An uns Bauern denkt keiner“ hat er gesagt.
Und social media diskutiert, dass Bayern doch genug Wasser hat und dass München übertreibt. Blöder Grüner Bürgermeister. Es kotzt mich so an. Dieses auf Teufel komm raus beweisen wollen, dass das was der politische Gegner macht, totaler Quark ist. Um jeden Preis. Also verschließen wir die Augen vor dem was ist. Und belegen mit Statistiken von 2025, dass wir im Sommer 2026 genug Wasser haben. Und überhaupt hat es letzte Woche 3 Mal gewittert.
Der gleiche Scheiß wie mit der Migration. Nur mit verdrehten Lagern. Augen zu und so tun als wäre nix. Egal was passiert.
Ich muss immer wieder an Poggenburg denken. Als er noch zur AfD gehörte und irgendwem auf Youtube ein Interview gab. Er war ja in der Partei mehr oder weniger der einzige, der den Klimawandel thematisiert hat. Und er meinte knochentrocken, dass jeder der auf die Straße geht, sieht, dass sich was verändert hat. Sowohl was Ausländer betrifft als auch Klima/ Natur. Und ihm niemand erzählen kann, dass man das nicht sieht. Nein, ich will ihn nicht glorifizieren. Weiß Gott nicht. Aber ich stimme diesem Punkt zu. Wer behauptet, da wäre nichts und es wäre alles noch so wie vor 30/ 40 Jahren, der verschießt die Augen. Bei beiden Themen.
Und so dreht sich das Rad weiter. Menschen sterben durch Terror, den wir eingelassen haben bzw. nicht mit konsequenter Härte begegnen. Und unsere Ernten verbrutzeln. Und vieles mit ihr, das wir nicht in Euro ausdrücken.
Ich quäle mich über die Runde. Mein Kopf ist voll und doch so leer wie meine Beine.
Wie ein Geist aus der Vergangenheit stand ich da und sah den Scheck in deinen Gliedern. Verdrängt und weggesperrt.
Ich fürchte die Gute Laune wird als eierlegende Wollmilchsau nicht mehr an der Kasse stehen. Irgendwie ist alles anders, nicht schön. Und irgendwie fehlst du. Genau wie der Regen.
Schön dich zu treffen schön dich kennen zu lernen
Wir sind beide auf Reisen und teilen gern
Wir sind beide am suchen wollen gefunden werden
Aber verloren sein mag ich genauso gern
Hab mich nach dem Abschied nicht mehr umgedreht
Ich bin immer da wohin der Wind mich trägt
Aber ich gebs zu mich ziehts zurück zu dir
Seit du weg bist herrscht n Sturm in mirWir waren wie ein Sommerregen
Ein kurzes lautes leichtes beben
Sommerregen wann wird sich legenImmer wenn es regnet
muss ich an dich denken
ich krieg kalte Füße
aber du trägst mich auf Händen
Lehn mich zurück zähle Wolken
Schieb für immer was wär geworden
ohne Risse in der rosanen Brille
Ich glaub ich geh sie reparieren
Und wart ab was dann passiert
Ich hab nichts mehr zu verlieren
Seitdem du nicht mehr bei mir bist
Der Regen ist warm
Und es liegt nicht an der Jahreszeit
Es fühlt sich immer an wie Sommer
Wenn ich mit dir durch die Straßen streifWir waren wie ein Sommerregen
Ein kurzes lautes leichtes beben
Sommerregen wann wird sich legen