Mauerspecht

Gut ich war etwas früh. In ein paar Stunden beginnt erst das neue Leben. Also so richtig. Davor war Vorgeplänkel. Und ich hoffe niemand hat die Pläne durchkreuzt. Die Pampa hat ihre eigene Regeln. Und das ganz ohne staatliche Freiheitsberaubung. Da regieren andere Mächte. Ich klimpere derweil mit meine Holzkieseln. Höre Podcast auf der Suche nach den positiven Geschichten und bekomme dann doch eher Puls. Wäre hätte das gedacht.

Wenn noch mal einer was vom inneren Kind blubbelt und dass der Wunsch nach Schutz, gesehen werden, Nähe nur ein kindliches Bedürfnis ist, das damals nicht gestillt wurde und Spuren hinterlassen hat, dann explodiere ich. Zugehörigkeit, Schutz, wegen mir Kontrolle sind grundlegende menschliche Bedürfnisse. Unabhängig vom Alter. Als Kind überlebt man in der freien Wildbahn sicher nicht lange. Aber auch als Erwachsener ist man Urmensch auch nicht alt geworden. Das Mensch ist ein Herdentier und kein einsamer Wolf. Kruzifix noch einmal. In unserer modernen Welt mag das so aussehen als wären wir allein sicher, aber allein sind wir nicht. Wir sind immer noch in mitten eines großen Ameisenhaufens namens Großstadt. Wir überleben nicht allein. Wir gehen in den Supermarkt. Aber unser Steinzeithirn weiß, dass es andere braucht, um sicher zu sein. Und darum sucht es auch andere und passt sich an.

Was aber in der Kindheit passiert ist, dass wir lernen. Wir werden geboren mit gewissen Grundstrukturen, Fähigkeiten. Die aber dann ein Lernen benötigen, später mit anderen Menschen in einem bestimmten kulturellen Rahmen interagieren zu können. Wenn wir geboren werden haben wir alle die körperlichen Fähigkeiten, die uns erlauben Sprache zu erlernen, Gestik und Mimik zu lesen und einzusetzen, sprich die Gesichtsmuskel einzusetzen. Aber wir müssen es dann von anderen beigebracht bekommen. Sprache ist da ein schönes Beispiel. Man weiß, dass wenn niemand mit Kindern spricht, weil sie vernachlässigt werden oder in der Wildnis von Tieren aufgezogen werden, dass sie dann später die Sprache kaum noch erlernen bzw. nur bis zu einem gewissen Grad eines Kleinkindes. Egal wie intensiv man es versucht ihnen beizubringen. Und genauso wissen wir, dass wen ich deutsch als Muttersprache habe, ich zwar als Erwachsener Chinesisch lernen kann, aber emm ja, es wird nie perfekt.

Und das gilt auch für das soziale Lernen. Wenn ich etwas nicht gelernt habe oder etwas falsch gelernt habe, dann is es schwer als Erwachsener es zu korrigieren. Es wird dann auch kein flüssiger Automatismus mehr. Aber aber aber … wer auch immer das vorgebuddelt hat, auch wenn es die KI war – Mein Problem mit Borderline – Teil 1. Was ich damals beschrieben habe, würde ich auch heute noch so sagen unabhängig von Borderline. Man kann Dinge neu lernen, verändern. Das Hirn ist flexibel auch im Alter, Neuroplastizität etc. Klar wird es nicht perfekt. Aber manches auch eher stockend als flüssig.

„Alle sagten das geht nicht, dann kam einer der wusste das nicht und tats.“

Vielleicht sollte ich mich doch wieder in die Untiefen von WordPress begeben. Um nach den guten Geschichten Ausschau zu halten. Vielleicht gibt es die weiterhin. Auch im Zeitalter der Psychinfluenca.

Ich denke weiter. Und vielleicht schreib ich doch ein Buch. Derweil spiele ich mit den Glückshölzern. Aus Gründen.

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