Bevor die Selbstfindung weitergeht, kommen wir mal kurz zu Kadri. Wobei man die Themen nicht entkoppeln kann. Musik kann ein Hilfsmittel sein. Um herauszufinden, was einen bewegt und warum. Oder aufzuzeigen, was was einen bewegt, ohne es lebst erklären zu müssen. Lassen wir mal Kadri sprechen em singen und spielen.
Killing me softly … ich such noch meine Einzelteile.
Wenn sie Imagine singt, glaubst du auch, du hörst den Song das erste Mal. Sie macht fast immer eine komplett eigene Version draus. Wie toll man die findet, steht auf einem anderen Blatt. Zum Teil ist es halt schon die oberste Form der Kunst. So für den Kreis der Kunst-Elite. Das erreicht dann auch nicht jeden.
Ob sie die Federn auch selbst gesammelt hat? Meine Sammlung wird auch immer größer. Ich könnte mir auch so nen Haarschmuck schon basteln. Aber Federn sind dann doch eher Indianer.
Jedenfalls glaube ich, dass Kadri irgendwie ein wenig am Perfektionismus scheitert. Sie ist gut. Aber irgendwie dann eine Schippe zu viel. So dass irgendwie die Echtheit verloren geht. Es hat was von Maske, Schauspiel. Obwohl sie gar nicht schauspielern kann. Im estnischen Fernsehen gibts ne Sendung, in der Promis Sänger (innen und außen) nachmachen dürfen. Jetzt kein Cover sondern echt kopieren so gut es geht. Inkl. Geschlechtswechsel und so weiter. Ich gebs zu, mit Kadis Cher Version bin ich auch nicht warm geworden, aber der eine Kommentar unter Amy Winehouse war interessant
„Die Stimme klingt ähnlich, aber vom Wesen her ist sie doch ganz anders. Winehouse war eine Figur, die halb Bohemienne und halb vom Leben gezeichnet war. Diese hier ist eine Person mit einem ausgelassenen und fröhlichen Charakter – weit entfernt von Amys Wesen. Das gefällt mir nicht, es fehlt an Tiefe und Lebenserfahrung, um das rüberzubringen.“
https://www.youtube.com/watch?v=wWbrm-3LAek
Ich glaube nicht, dass es Tiefe ist und schon gar nicht Lebenserfahrung die Kadri fehlt. Ami war nicht vom Leben gezeichnet, sondern von Drogen und ihre Lebenserfahrung waren toxische Beziehungen. Hust. Ein guter Schauspieler könnte das simulieren. Kann Körpersprache kopieren. Kadri kann das nicht im gleichen Maße. Abgesehen davon find ichs wild, wie man Amy und ihre Kunst sieht. Also nicht, dass ich ihre Musik nicht auch gemocht hätte und es war echt schade um sie. Sie hätte es verdient gehabt aus der Scheiße rauszukommen. Aber Emotionen sind mehr als das exzessives ausbluten unter Drogen. Und ja eigentlich jeder kennt das, wie es sich anfühlt, wenn man den Schmerz versucht mit Alk zu betäuben und dann am Ende die Emotionen total eskalieren. Aber das hat mit Lebenserfahrung nix zu tun. Sondern ist das Gegenteil von Lebenserfahrung und Umgang mit Krisen. Und fürs Protokoll, ich kann mich auch in Schmerz, Alk und Musik ersaufen. Und ich nehme mir auch das Recht, das ab und an zu tun. Aber das ist nicht tief. Intensität ist nicht Tiefe.
Irgendwie ist dieses „Intensität ist nicht Tiefe“ auch Kadris Problem. In ihrem Fall nur eher der Versuch Emotionen zu transportieren, zu triggern. Und dabei selbst so intensiv zu performen, dass es dann auch wieder eine Unnahbarkeit generiert.
Aber nichtsdestotrotz mit diesem Lied hat mich mal komplett gekillt. So viel zum Thema Selbstfindung. Nicht, dass der Text nicht allein schon reichen würde. Dann packt die Frau auch noch noch sämtliche Emotionen in Gesang und Musik. Mein estnisches Blut verliert die Fassung. Für die Frau braucht man nen Waffenschein. Echt eh. Kann mal einer meine Einzelteile zusammensuchen?
Und ja, I feel. Jedes einzelne Wort und jede einzelne Taste. Und jetzt geh ich in den Wald, mich beruhigen.
I don′t even know if you will ever see me
But I will keep on dreaming
I don’t even know if you will ever meet me
But I will keep on dreaming
Dreaming is my lover tonight
Dreaming is my lover tonight
Tonight
Dreaming is all I′m having
For dinner tonight
For dinner tonight
Dreaming is all I’m having
In my bed tonight
In my bed tonight
Dreaming is my lover tonight
Dreaming is my lover tonight
Tonight
I don’t even know if you will ever see me
But I will keep on
Will keep on
Kadri Voorand selbst beschrieb die Entstehung des Songs als einen persönlichen Rettungsanker. Das Lied kam an einem späten Abend zu ihr, um sie in einem Moment der Traurigkeit zu trösten. Diese Intention überträgt sich direkt auf die Interpretation: Es geht nicht um die passive Flucht vor der Realität (Eskapismus), sondern um die aktive Selbstheilung durch Kreativität und Hoffnung.
Die Träume sind kein bloßer Zeitvertreib, sondern eine essenzielle Lebensnotwendigkeit. Wenn die reale Welt emotionalen oder physischen Mangel bietet, nährt die Vorstellungskraft die Seele.
Eine tiefe Sehnsucht nach Verbindung (sei es zu einem bestimmten Menschen, einem Ziel oder einer besseren Realität), gepaart mit der Akzeptanz, dass diese vielleicht unerreichbar bleibt.
Die Stimme als Trance-Instrument: Voorand nutzt Loops und Stimmkaskaden. Durch das wiederholte Mantra „But I will keep on dreaming“ baut sich eine hypnotische, beinahe schamanische Atmosphäre auf. Es wirkt wie ein inneres Selbstgespräch, bei dem man sich selbst davon überzeugt, nicht aufzugeben.
Fazit: „Dreaming“ ist eine kunstvolle und zutiefst empathische Auseinandersetzung mit Sehnsucht und Isolation. Die Interpretation zeigt, dass Träume kein Zeichen von Schwäche oder Realitätsverlust sind, sondern eine Quelle innerer Stärke. Wenn die äußere Welt unsichtbar oder unerreichbar bleibt, wird die eigene Fantasie zum sichersten Zufluchtsort, zum Liebhaber und zur Nahrung für die Seele.
sagt die Google KI
Man sollte dabei auch festhalten, dass Kadri jetzt erst mit Ende 30 eine Familie gegründet hat. Ich wage die Steile These, dass diese Maske, die sie bei ihren Auftritten trägt auch an anderen Stellen in ihrem Leben vorhanden ist/ war. Aber das ist jetzt nur geraten.
Wer nennt sein Kind Rolf? Ja ich hab die Entstehungsgeschichte gelesen. Irgendwas mit dt. Besatzung und Wolf. Aber Rolf. Spitzname Ruudi. Heee, ruf mich das nächste Mal an. Das arme Kind. Wobei naja. In Estland ist Ruudi vielleicht wie Silva in Deutschland.
Ansonsten ist zu dem Lied alles gesagt. Und genau das ist Teil meines Lebens. Wobei ich ergänzen würde, dass unser Kopf nicht zwischen Realität und Träumen unterscheiden kann. Und somit kann man die Biochemie etc. auch austricksen mit Träumen. Man muss nur aufpassen, wenn sie mit der Realität verschwimmen. Aber unabhängig davon, ist die Fähigkeit zu Träumen und somit der Realität zu entfliehen auch der Grund, warum ich nicht in Einsamkeit ersaufe. Was andere vielleicht würden bzw. tun. Ich habe auch die letzten Jahre erst angefangen mir da Gedanken und Gefühle drüber zu machen. Das hat wohl auch was mit dem Alter zu tun. Und da werden die zwischenmenschliche Dinge wichtiger. Sagt der Volker. Hätte er mir nur mal früher sagen sollen. Das Leben zurückdrehen geht schwer. Irgendwie hat das was von „verdammt ich hab was vergessen“. Mag komisch klingen aber irgendwie denke ich mir immer wieder, genau das. Ich hab mein Leben gelebt die letzten 50 Jahre, für mich war das auch okay so und nein ich hab nicht jeden Tag heulend im Bett gelegen. Aber irgendwie huch ich hab was vergessen, können wir noch mal auf Los?
Ich hatte mich ja nach dem CSD hier als Ende August (und nein ich will immer noch nicht mit jedem Fetisch in nen Topf geworfen werden) mal Spaßeshalber mit der Szene befasst. Ist ja nicht meins. Habe ich Bogen drum gemacht bisher. Daher muss ich auch träumen. Hust. Jedenfalls war ich mittelschwer schockiert welche Regeln da heute so herrschen. Aufteilung in maskulin und feminin, Butches und Femmes in x Untergruppen. Tops und Buttoms. Und das klärt man am besten gleich beim ersten Date ab. Und der maskuline Part zahlt dann am besten auch die Rechnung. Gibs dann auch bei Facebook emm wohl Insta entsprechende Pärchen die dann passende Videos zu machen.
Erklärt mir die KI, dass die Szene ein Ausbruch aus den starren Regeln und Normen der Gesellschaft ist. Habe sie gefragt, ob sie noch ganz bei Trost ist. Weil das was man da veranstaltet ist der Gegenteil von Freiheit. Da brauchst ein Handbuch das so dick ist wie die Bubel. Und für die ganzen Schablonen musst ja anbauen, weil der Platz nicht reicht. Der KI blieb nichts anderes übrige als mir zuzustimmen. Mit dem Verweis, dass das durchaus in der Community auch kritisiert wird. Mal ganz zu schweigen dass jede Minute eine neue Untergruppe für sexuelle Ausrichtung und romantische Ausrichtung gefunden wird. Es ist zum Sport geworden.
Irgendwie hab ich das Gefühl dieses ganze Beziehungsgeschäft ist schräg abgebogen. Und trotzdem träumt jeder von der großen romantischen Liebe a la Hollywood. Kadri killt mal das Ganze und erklärt, dass sie den Menschen gar nicht liebt sondern nur das drum rum. Den Status, die Geschenke, die Heirat, die Kinder.
Die romantische Liebe ist ja eine recht junge Erfindung. Früher hat man aus anderen Gründe geheiratet. Und macht man heute auch noch. Und auch die Naturvölker sehen das so und so. Ich weiß nicht so genau, was sie mit dem Song sagen will. Der ist schon ein paar Jahre alt.
Kadri Voorand nannte den Song in einem Interview eine „spielerisch subversive, alternative Sichtweise auf das Gefühl, verliebt zu sein – oder eben nicht“. Es fängt das Phänomen ein, sich in die Idee einer Beziehung zu verlieben, während man für die eigentliche Person kalt bleibt
sacht die KI
Also ich brauch kein Auto, Blumen kaufe ich mir selber und das mit den Kinder is jetzt eh rum. Mir gehen die Eier aus. Ich hasse Wechseljahre. Ich bin da also von den Anforderungen her recht bescheiden. Mir wären da echt andere Dinge wichtiger. Wie sagte ich der KI damals als wir über Szene und Co „diskutierten“ auf genau die Frage, was mir wichtig wäre. Kurz und knapp: Gegenseitiges Kopf kraulen. Für die KI mal wieder ein sau starkes Bild. Ja sehe ich auch so. Im Grunde ist das ein Bild für auf gleicher Ebene sein, geben und nehmen. Und das als Zuhause, wo man seinen Akku wieder auftankt. Die Welt und Probleme auch mal vergessen darf. Ich brauch keine wilden Sex mehr. Kein Party leben. Wärme, Rückhalt, einen Grund Dinge zu tun, die ich nicht mag. Nervenkitzel und Drama ala Pablo brauch ich auch nicht. Das hat mit Liebe nix zu tun. Das ist wie Amys Drogenexzesse. ein toxisches SPiel mit Biochemie. Ich brauch Sicherheit, Geborgenheit, Wärme.
Wo wir ganz gekonnt überleiten zu einem anderen Werk von Kadris aktueller CD. Und ja genau das ist eine Umarmung. Und ja der Este mag das an sich nicht so. Und wenn dann nur mit den Menschen, die ihm wichtig sind. Und dann eben richtig. Warm, weich und mit Gefühl.
Ich hab da übrigens immer Reflexe, wenn ich traurige Menschen sehe. Solange ich sie kenne. Irgendwas mit Let Me Hold You.
Meine Oma hatte übrigens auch nen Dutt. Die sitzen am Boden, kreisch. Ich das Bodenkind fühle Zuhause. Ohh es gibt Teeee. Ach ich wollte noch Tee bestellen. Estnischen dieses Mal versteht sich.
Ich komme vom Thema ab.
„Dieses Lied war jahrelang mein Geheimlied, das ich nur ganz allein für mich sang, wenn ich aus irgendeinem Grund Trost brauchte – einen Trost, den mir niemand außer mir selbst geben konnte. Es ist dieser Moment mit mir selbst, in dem man gleichzeitig groß und klein sein kann. Ohne Scham zu weinen, bis die Klaviertasten nass werden. Manchmal spielte ich dieses Stück so, dass ich mir vorstellte, wie ich es meinem 6-jährigen Ich vorsinge, das auf meinem Schoß sitzt, und anschließend auch meinem jugendlichen Ich vor mir selbst und meinem heutigen Ich. Der Klang meiner Stimme veränderte sich jedes Mal – nicht nur wegen dieses imaginären Bildes, sondern auch wegen der Geschichte, die jedes Mal damit verbunden war. „Mich hat schon immer die Information interessiert, die im Klang der Stimme verborgen ist – etwas, das wir eigentlich von Geburt an hervorragend entschlüsseln können, aber ich habe den Eindruck, dass wir als Erwachsene dazu neigen, diese Fähigkeit mit der Zeit zu vernachlässigen“, kommentierte Kadri Voorand in den sozialen Medien.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
https://muusikaplaneet.ee/2026/03/27/letmeholdyou/
Das klingt nach inneres Kind Arbeit. Stehe ich nicht so drauf. Ja schmerzliche Momente prägen unser Leben. Egal wie alt wir da sind. Und ja man finde sie im Kindesalter und auch später noch in unserer Biographie. Es sind immer wir. Die gleiche Person. Aber unabhängig davon und sei es jedem gegönnt mit dem Song seinen alten Seelenschmerz zu heilen, ja genau das. Es ist nichts anderes als gegenseitiges Kopf kraulen. Ganz fest drücken ist der Anfang.
„Bis heute habe ich diesen Song schon mehrfach bei Konzerten im Ausland vorgetragen und dabei zutiefst bewegendes Feedback zu seinen therapeutischen Eigenschaften erhalten. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ein großer, hochgewachsener Pole auf mich zukam und mir sagte, dass er durch das Mitsingen dieses Liedes mehr für sich selbst erreicht habe als in zwei Jahren Therapie. Lasst uns weiterhin füreinander da sein und Umarmungen austauschen!“
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
https://muusikaplaneet.ee/2026/03/27/letmeholdyou/
Nennen wir es Musiktherapie. Die Welt braucht mehr Oxytocin. Sicher bin.
Aber beim Thema Umarmung war ich ja schon – Verlorene Umarmungen. Zwischen all den oberflächlichen gibt es auch die warmen, echten, tiefen. Die bei denen das Oxytocin fließt.
Apropos Therapie – Kadri war letzte Woche im Wald, um Kraft zu tanken. Als junge Mutter braucht man das. Ich könnte ihre Worte jetzt interpretieren, aber ich lass das lieber. Ach der Rolf ist am 01.10.2026 erst geboren. Da steht ihr noch ganz am Anfang. Zum Glück gibts viel Wald, Meer und Moos 😉
Ich bin übrigens dafür, dass du dem Ruudi das gibst, was du anscheinend vermisst hast. Wärme, Halt, Nähe, Vertrauen. Gut genug zu sein. Auch an den Tagen, wo es sich anders anfühlt. Und ja man darf anders sein.
Beschließen wir das ganze mit einer ganz anderen Nummer. Der ich glaube einen eigenen Beitrag widmen muss. Weils da so viel Cover gibt. Allein das ist ne Reise in diverse Gegenden Estlands. Kadri hat auch auch nur ein Cover gemacht. Und singt als mehrfach betrogene Frau, die aus Rache ne ganze Kneipe durchvögelt. Ja genau das allein ist schon der psychologische Endgegner. Heut nicht mehr.
Nacht. Ich geh jetzt träumen. Okeyyyyy