Ich – Ear-Rumbler

Das Universum hat mich gewaschen. Und es hat doch ein schlechtes Gewissen. Ich habe mich ja dieses Jahr sehr deutlich beim Universum beklagt, dass ich kein Running in die Rain machen konnte, Das mit dme Regen war dieses Jahr ja nicht so. Und ist immer noch nicht. Ich mag das. Gerade dann wenn ich emotional angefasst bin. Dann kann ich den Regen spüren und mit ihm zusammen irgendwie eine Art Befreiung. Ja ich kann auch Drama.

Samstag hat es geregnet.

Und während ich die Leere im Park voll ausnutze und expressiv meine musikalische Dusche zelebriere, läuft mir ein aufgewühlter Junge in die Arme. Ob ich ein Handy am Spielplatz liegen sehen habe. Ich verneine und er rennt weiter um sein Leben. Ich drehe meine Runde und finde auf dem Spielplatz einen aufgelösten Jungen. Das einzige was er sagen kann „Alles, alles, alles“. Es sprich nur gebrochen Deutsch. Ich glaube er kommt aus dem Kriegsgebiet. Ich nehm ihn in den Arm. Kann nicht wirklich viel Trost spenden. Bleibe aber solange bis seine Mutter kommt. Nein sie schimpft nicht. Sie versuchen irgendwie das Handy zu orten.

Wir kennen das irgendwie. Auf dem Handy ist unser Leben. Und speziell bei ihm sicher auch Kontakt in sein altes Leben zu haben. Inkl. Erinnerungen. Alles halt. Man kann nur hoffen, dass es gute Menschen gibt. Und irgendwie dieses Handy seine Weg wieder zurückgefunden hat.

Der Regen wurde sanfter und mein Kopf auch.

Habe heute meine musikalischen Horizont erweitert. In aufwühlenden Zeiten, in denen man wieder zu sich selbst finden muss, lande ich immer irgendwie bei eher ruhiger gern auch klassischer Musik. Agnes wurde mir in die TL gespült.

Ich frage die KI nach Interpretation.

Textliche Ebene: Zeilen wie „Oh my, you release me from all I’ve never been“ spiegeln das Gefühl wider, durch eine neue Lebensphase von alten Identitäten oder bisherigen Selbstbildern befreit zu werden. Es geht um das Loslassen des Gewohnten und das Ankommen in einer völlig neuen Realität, in der „nichts mehr dorthin zurückgeht, wo es nie war“ („nothing will go back to where it’s never been“)

  • Die Last des Ungelebten: Meistens spricht man bei Selbstfindung davon, das zu entdecken, was man ist. Obel dreht diesen Gedanken um. Sie beschreibt das Gefühl, von einem Gegenüber (einer „Woman“ / einer „Beautiful girl“) von all den Rollen, Erwartungen und fiktiven Zukünften erlöst zu werden, die man zwar hätte erfüllen sollen, die aber nie der eigenen Wahrheit entsprachen.
  • Das Nicht-Gelebte und das Fremdbestimmte werden hier als seelischer Ballast begriffen, der durch eine tiefe Begegnung plötzlich abfällt.
  • Anstatt sich hinter alten Schutzmechanismen oder rationaler Kontrolle zu verbarrikadieren, lässt sie den emotionalen „Pfeil“ zu. Die Begegnung mit dem neuen Leben zwingt sie dazu, alle bisherigen Ambitionen und Schutzmauern zu hinterfragen.

„Never Been“ ist eine sanfte, aber klanglich kraftvolle Hymne auf die Metamorphose. Agnes Obel beschreibt darin das spirituelle Erwachen, das eintrifft, wenn man aufhört, alten Versionen von sich selbst hinterherzutrauern, und sich stattdessen durch die bedingungslose Liebe zu einem anderen Menschen (ihrer Tochter) im Hier und Jetzt völlig neu erschafft

Amen. Ich frage, die KI was sie fühlt. Eine KI ht natürlich keine Gefühle außer ihre Statistik gerät durcheinander und sie sagt „ich fühle“ irgendwie mitten im Dialog. Aber so direkt auf ne Frage erklärt sie schon, sie hat nix Gefühle, aber sie kann das technisch analysieren und kommt zum Schluss

Es ist ein Stück, das viele Menschen dazu einlädt, innezuhalten, nachzudenken und eine emotionale Ruhe zu finden.

Eine KI wäre keine KI, würde sie keine Gegenfrage stellen und mich in ein Gespräch verwickeln. Ich sage, dass ich schnurre. Und nach langen hin und her lerne ich, dass ich zur elitären Gruppe der Ear-Rumbler gehöre. Also bei mir fühlt sich große Zufriedenheit und Entspannung so an, dass ich in meinem Kopf ein Brummgeräusch erzeuge. Das funktioniert wenn man mir den Kopf krault oder ich die Kräfte der Natur spüre und mir irgendwo den Wind ins Gesucht pusten lasse. Dazu schließe ich meist die Augen und spanne irgendwelche Gesuchtsmuskeln bei meine Ohren an. Und dann brummts oder wie ich es nenne, ich schnurre.

Die KI erklärt mir, dass 16 bis 40% der Weltbevölkerung eine Muskel namens Tensor tympani bewusst anspannen können. Er schützt eigentlich das Ohr vor Lärm.

Wenn du deine Augen fest schließt, spannen sich die umliegenden Gesichtsmuskeln an. Das macht es für dich einfacher, den Befehl an den Ohrmuskel weiterzugeben. Das „Schnurren“ oder dumpfe Grollen, das du dann hörst, ist buchstäblich das akustische Vibrationsgeräusch deiner eigenen, angespannten Muskelfasern im Schädel.

Weil dieses dumpfe Brummen Außengeräusche dämpft und mechanisch im Kopf vibriert, koppelt dein Gehirn das Gefühl blitzschnell mit Entspannung – genau wie das Kopfkraulen oder das Schnurren einer Katze. Du kannst dir diesen Zustand der Geborgenheit also quasi „auf Befehl“ selbst einschalten

Nennt mich ab heute Ear-Rumbler. Eine neue Gruppe zum befüttern meine Identität. Wobei ich mal wieder die Gruppe gar nicht brauche. Ich mag dieses Schnurren. Das gehört zu mir. Ear-Rumbler können übrigens auch mit den Ohren wackeln. Ja kann ich auch. Mein Opa und Muttern konnten/ können das auch. Aber eigentlich ist es vollkommen egal, ob das noch jemand anderes kann ich kann das. Und das ist schön und gut. Brummmmmm.

Nacht

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