Wie baut man Narzissten

Milan versucht sich darin, seiner Vergangenheit zu reflektieren und herauszufinden, warum er Narzisst geworden ist. Milan ist diagnostizierter Narzisst in Therapie und in Ausbildung zum Therapeuten. Ich schweige zu letzterem. Jedenfalls macht er auch social media Content. Und versucht sein narzisstischen Innenleben zu erklären. Ich schau mir ab und an mal seine Shorts an. Jetzt hat er mal ein längeres Video zu seiner Kindheit/ Jugend gemacht.

Ich würde jetzt nicht behauptet, dass Väter die einzigen sind, die Struktur vorgeben. Das ist sicher vorn Familie zu Familie unterschiedlich, wer das macht. Meine Mutter war auch alleinerziehend, hatte als Lehrerin das mit der Struktur und Konsequenz aber sehr gut drauf. Hust. Auch ich war Klassenbeste, fand das aber teilweise eher belastend. Und habs niemanden unter die Nase reiben müssen, sondern immer versucht auch die anderen „mitspielen“ zu lassen. Nur wenn keiner wollte, hab ich mich erbarmt. Und ja gefühlt genau so. Mir ist das im großen und ganzen auch eher zugefallen/ leicht gefallen. Und Mittelpunkt war auch nie mein Ding. Da is mein Hirn nicht für ausgelegt, da dominiert dann die Angst. Sprich es gibt Überschneidungen, aber wir wurden deshalb nicht auf die gleiche Art geformt.

Alles in allem glaube ich nicht, dass es diesen einen Grund gibt, warum Menschen zu x werden. Und ob Parallelen immer zum gleichen Ergebnis führen. Das was ich so beobachten durfte und auch weiß.

Da ist zum einen die Veranlagung. Und da unterscheiden sich Milan und Co und ich gar nicht so. Oder wie der Arzt damals notieren lies bei der Schuluntersuchung „Leicht erregbar“. Eine gewisse Reizoffenheit, Reizweiterleitung, Erregbarkeit. Hängt mit Rezeptoren und Neurotransmittern zusammen. Und die Epigenetik mischt da fleißig mit. Sprich es wird auch vererbt, kann aber auch an und ausgeschaltet werden. Die Wissenschaft sagt heute bei den meisten psychischen Themen: 50% sind Gene.

Der Rest ist dann der andere Zufall. Dass was uns prägt. Die Erlebnisse, die wir machen. Das Umfeld um uns herum. Die Konsequenzen, die wir zu spüren bekommen oder eben auch nicht. Die Vorbilder, die sich auftun. Der Umgang der gleichartigen untereinander. Ich will gar nicht von Mobbing reden. Es reicht einfach auch das Gefühl nicht dazuzugehören. Das ist alles sehr vielfältig und ich glaube auch viel Zufall dabei. Vor allem auch was die Kreativität von Kinderhirnen und Gedanken betrifft. Die die sich dann verfestigen.

Und meiner persönlichen Erfahrung nach kommt halt doch auch oft ein gewisser Verwöhnungsanteil hinzu. Und wenn es eben nur die fehlenden Konsequenzen für falsches Verhalten sind. Oder zu viele Freiheiten für ein Kind, dass sich eben nicht zurecht findet und mehr Richtung und Führung bräuchte. Mein Weg haben ja meist Frauen gekreuzt, und die leiden dann meist nicht unter grandiosem Narzissmus. Wobei sich das meist eh nicht so viel unterscheidet. Mangelndes Selbstwertgefühl, starke Ich-Orientierung, manipulatives Verhalten, mangelnde Impulskontrolle, Emotionalität. Und die Vergangenheit war fast immer nicht nur negativ geprägt, gern durch die Väter, sondern auch oft positiv durch den anderen Elternteil oder Geschwister. Diese Theorie wird heute auch wieder sehr stark empirisch untersucht/ belegt.

Ich glaub am Ende ist es auch vollkommen egal warum wieso weshalb man jetzt ist wie man ist. Die Frage ist, was man daraus macht. Welche Verantwortung man auch selbst übernimmt. Es gibt Mittel und Wege sich zu verändern bzw. sein Verhalten zu verändern. Sein Hirn etwas einzufangen. Oftmals sind die Hirne in einer Dauererregung, in einem dauerhaften Stresszustand. Die Biochemie somit auch außerhalb der gesunden Grenzen und gern auch der präfrontale Kortex ausgeknippst. Passiert automatisch, um Ressourcen zu sparen und im Kampfmodus sollte man eh nicht denken. Kritik fühlt man grundsätzlich ja auch ab und an mal körperlich, aber in sonem Zustand gleich doppelt. Und dann muss zurückgeschossen werden. Und so weiter. Wir können heute vieles über Hirnscans erkennen. Dass es anders ist als bei anderen im Normalzustand.

Aber „Ich bin halt so“ ist eben nicht die einzige Möglichkeit damit umzugehen. Es gibt auch andere Mittel und Wege, Dinge zu ändern. Harte Arbeit, aber machbar. Es braucht immer ein Ziel. Und Motivation. Verantwortung für einen selbst und die, die man liebt. Und das kein einem keiner abnehmen.

Ich glaube, dass es eine genaue Antwort auf das Warum nie geben wird. Aber das ist eben auch nicht dass entscheidende. Das entscheidende ist eben, was man daraus macht. Und ob man den Rest seines Lebens Spielball der Zufälle seiner Vergangenheit sein will. Oder ob man anfängt sein Leben selbst zu gestalten.

Out of topic: Ich musste letztens daran denken, dass ich schon mal sehr kalt war gegenüber einer Frau. Ich musste an Die Psychologin denken. Was in dem Beitrag nicht stehe, aber soweit ich mich erinnere, hat sie mir bei einem Weinchen von ihren Eltern berichtet. Und nein, diese vielen nicht in die Kategorie böse. Sie ist übrigens seit 10 Jahren als Therapeut tätig. Wenn ich das richtig verfolgt habe, ist die psychologische Gesundheit Deutschlands seit dem nicht besser geworden. Unsere Arbeitsgruppe gibts immer noch. Meeting Nr. 54 hatten wir diese Woche. Und ich muss sagen, das ist eins der produktivsten Dinge, wie wir auf die Reihe bekommen haben. Es war bestimmt meine Idee. Sicher bin. Lach.

Nacht

Sucker love is heaven sent
You pucker up, our passion’s spent
My heart’s a tart, your body’s rent
My body’s broken, yours is bent

Carve your name into my arm
Instead of stressed, I lie here charmed
‚Cause there’s nothing else to do
Every me and every you

Sucker love, a box I choose
No other box I choose to use
Another love I would abuse
No circumstances could excuse

In the shape of things to come
Too much poison come undone
‚Cause there’s nothing else to do
Every me and every you
Every me and every you
Every me

Sucker love is known to swing
Prone to cling and waste these things
Pucker up for heaven’s sake
There’s never been so much at stake

I serve my head up on a plate
It’s only comfort, calling late
‚Cause there’s nothing else to do
Every me and every you

Every me and every you
Every me
Every me and every you
Every me

Like the naked leads the blind
I know I’m selfish, I’m unkind
Sucker love I always find
Someone to bruise and leave behind

All alone in space and time
There’s nothing here but what here’s mine
Something borrowed, something blue
Every me and every you

Every me and every you
Every me
Every me and every you
Every me

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