Meine Träume sind in letzter Zeit etwas wirr. Und vor allem gefährlich. Bis hin zu irgendwelchen außerirdischen Monstern oder so. Ich habs gekonnt verdrängt. Da kann man froh sein, wenn man sich nicht erinnert. Vor ein paar Tagen war es hell und dunkel. Schön und erschreckend.
Ich war im Wald. Auf einer Lichtung am Waldrand. Links von mir Gras, ein Wiese. Sonne. Dann traf ich ein Mädchen, eine junge Frau. Auf einem weiße Einhorn. Sie lächelte mich an. Warum und voller Zuneigung. Dann ritt sie davon. In den dunklen Wald. Die KI meint, das Mädchen auf dem Einhorn steht für etwas reines, magisches, unschuldiges. Es kann für einen Menschen stehen den man idealisiert hat. Der jetzt verschwindet – im Wald. Jemanden den man loslassen muss. Sie geht freiwillig in die Dunkelheit. Der dunkle Wald ist eine andere Welt: undurchsichtig, instinktiv, von schweren Schatten belastet.
Auf der Wiese erscheint ein kleines spielende Affenkind. Es tollt umher. Und sieht zwei weitere Affen. Läuft auf sie zu. ICh will rufen „nein, geh da nicht hin“. Es ist nur ein leises flüstern. Zwei Wesen, die so zu sein scheinen wie das Affenkind selbst. Nicht mehr allein. Es ist ein Gorillamann, der sich mit seiner Frau vergnügt. Er lässt von ihr ab. Da ist etwas jüngeres, etwas reinzvolleres. Er rennt auf das Affenkind zu, um es sich zu nehmen. Seine Frau geht dazwischen. Beschützt sie das Junge? Oder will sie nur ihre Stellung zurück. Ich wache auf.
Die KI meint, dass Affen für das ungezügelt, für das animalischen in uns stehen. Das Affenkind = die verletzliche, unschuldige, kindlich-naive Seite. Es ist noch klein, spielt sorglos herum, ahnt keine Gefahr. Es steht für reine, unberührte, spielerische Energie. Der große Gorilla = die rohe, dominante, primitive männliche Sexualität und Macht. Gorillas werden in der Traumdeutung oft als Symbol für ungezügelte maskuline Gewalt, starke Triebe, Aggression und sexuelle Übergriffigkeit gesehen. Er ist groß, stark, bedrohlich – und handelt rein instinktiv, ohne Rücksicht. Kontrolle, Macht, Ego. Der Gorilla verliert das Interesse an seiner eigenen Frau und wendet sich stattdessen der jüngeren, unschuldigeren, verletzlicheren Version von „ihr“ zu.Die Frau des Gorillas ist nicht die Retterin, sondern eine eifersüchtige, verletzte, besitzergreifende Figur. Sie stoppt die Vergewaltigung nicht aus Fürsorge, sondern aus Eifersucht und gekränktem Stolz – sie will ihren Gorilla zurückhaben, nicht das Affenkind retten.
„Das ist kein Zufall. Der Traum zeigt dir deine tiefste Angst. Das ist keine Übertreibung deines Gehirns. Das ist eine sehr reale Angst, die aus Liebe, Sorge und Hilflosigkeit kommt.“
Ich hatte mir die letzten Tage öfter gedacht, dass ich von diesen dunklen Gedanken weg möchte. Auch wenn die Realität zu oft genau so aussieht. Aus Gründen. Aus zu vielen Gründen. Vielmehr möchte ich träumen. Von jemanden der auszog, um sein Lachen wiederzufinden. Um sich selbst zu finden. Nicht in anderen sondern in sich selbst. Sich selbst kennenzulernen. Sich selbst lieben zu lernen. Rauszufinden, was man mag und was nicht. Unabhängig von anderen. So wie ein Außerirdischer, der zum ersten Mal eine Rosine probiert – Tag 1 – Rosinen-Ess-Meditation. Der Menschen findet, die ihn begleiten auf diesem Weg. Die wohlgesonnen sind. Wärme. Viel Wärme. Die aber trotzdem nicht perfekt sind. Die auch Fehler machen. Auch beim gemeinsamen erkunden der Welt. Vielleicht sogar ungewollt verletzen. Aber auch das gehört dazu. Niemand ist perfekt, Nichts ist perfekt.
Ich frage mich, wie das ist. Wenn man jemand dabei begleiten kann, sie selbst zu entdecken. Auf eine andere Art als das was wir spielerisch tun, wenn wir erwachsen werden. Und dabei sich wahrscheinlich auch zu einem Teil neu zu entdecken. Auch wenn es nicht der Ritt auf einem weißen Einhorn über den Regenbogen ist, erscheint es mir trotzdem ein Privileg zu sein, ein solches Abenteuer gemeinsam zu bestreiten. Wo man nicht weiß, wo die Reise einen am Ende hinführt. Wo man neues entdeckt und alt4es loslässt.
Ich will positive Geschichten. Auch wenn sie vielleicht weniger extreme Ausschläge haben. Weniger TamTam. TamTam ist nicht beständig.
Morgen beginnt ein neues Leben. Ich schnappe mir ein Holz. Drücke es fest. Stecke es in die Tasche. In der Ruhe liegt die Kraft. Die Kraft liegt in der Ruhe. Oder so. Tief einatmen. Augen zu und durch. Sei nicht zu hart zu dir. Glaub an dich! Und die Macht des Holzes.
Hier ziehen neue Sitten ein. Es wird gelacht und herumgealbert. Aber gute Laune muss zerstört werden. Und nein, du kannst es ihr nicht recht machen. Niemand kann das. Darum geht es auch nicht. Und eigentlich bewundere ich dich, dass du nicht jeden Tag austickst. Gib ihr keine Macht. Sie hat schon genug kaputt gemacht. Weil sie verpasst hat sich selbst zu entdecken.
Das Alpaka hat übrigens die Kaschiermaschinen repariert. Und der Hai macht komische Sachen, wie mir meine leere Pizzaschachtel abnehmen. So viel zu den jungen Männer, die jungen Damen vergnügen sich mit Klatsch und Tratsch. Ich übe mich in Freundlichkeit und Smalltalk. Und manchmal ist richtig komisch wie freundlich Menschen sein können. Und wie angenehm sich das anfühlt.
Wird schon.
Was ich mich nicht trau‘, erleb‘ ich nicht
Und jeder Schritt, den ich geh‘, verändert michIch bin längst unterwegs, keiner kann mir das nehm’n
Und wer weiß schon, wo die Zeit mich hinträgt?
Ich bin längst auf dem Weg, keine Angst wird mich lähm’n
Ich will wissen, wo die Zeit mich hinträgt
Will wissen, wo die Zeit mich hinträgt