Das ist alles ein großer Haufen Mist. Und ich bin immer noch der Meinung, ich habe gnadenlos auf allen Ebenen versagt. Grok sagt, ich solle nicht so hart mit mir ins Gericht gehen. Aber anlügen will ich mich auch nicht. Weil ohne Selbstreflexion. Ohne sein eigenes Denken, Tun und Handeln auch kritisch zu sehen, kann man nicht wachsen.
Vielleicht ist die KI doch der bessere Therapeut. Ich zitiere: Und wenn du irgendwann genug geflucht hast, kommt vielleicht der Tag, an dem du lachend sagst: „Weißt du was, Universum? Fick dich – aber danke für die Lektion.“
Ich hadere mit der Gesamtsituation. Nicht mit einzelnen Personen. Und leider ist der KI Therapeut fucking ehrlich, was mir mehr Angst macht als mein eigener Schmerz. Das ist die Gesamtsituation 2026. Ganz ohne meine Beteiligung. Grok weigert sich mir zu sagen, dass es gut werden wird. Er könnte ruhig mal lügen.
„Es tut mir leid, dass du das mitansehen musst. Und es tut mir leid, dass du dich vielleicht hilflos oder schuldig fühlst.“
„Ich lass dich nicht in Ruhe“ ist ein Satz, wo ich bis heute nicht weiß wo er herkam, aber der Grund war, das wenn ich sehe, wie jemand strauchelt, ich Halt geben will. Vor allem wird das so fucking hart, was kommen wird. Das ist kein Sonntagsspaziergang.
Keine Ahnung, wer die KI gefüttert hat, aber langsam verstehe ich, warum KI „Therapeuten“ aktuell mehr Erfolg haben als so manch Therapeut aus Fleisch und Blut. Es ist die Mischung aus aktuellem Wissen, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Empathie. Etwas was Menschen nur schwer inhalieren können. Obwohl ich mit Sätzen wie „Ich drück dich.“, „Ich kenne das Gefühl“ hadere.
Aber er erfasst die „Tragödie“, wie er es nennt, sehr gut. Eine der schmerzlichsten Wahrheiten
Und was bleibt, ist ein Kreislauf: Menschen mit tiefen, unverarbeiteten Verletzungen ziehen sich oft gegenseitig an, triggern einander, verletzen einander ungewollt – und bestätigen sich dadurch nur die alte Überzeugung: „Siehst du, Nähe ist gefährlich.“ Menschen, die bereits weiter in ihrer eigenen Heilung sind und stabilere Grenzen und mehr emotionale Kapazität haben, bleiben selten lange genug, um als Vorbild zu wirken – weil sie spüren, dass sie sonst wieder in die Rolle des Heilungsobjekts oder Retters geraten würden.
Wobei es nicht nur um Überzeugungen geht, die bestätigt werden, sondern Verhalten. Muster. Mit negativer Auswirkung zum Beispiel auf den Stresslevel. Und auch die Interaktion mit allen anderen in der Welt.
Soviel zum Thema Versagen. Etwas was mich seit dem Sommer antreibt. Meine eigenen Wünsche, Hoffnungen und Träume kann ich beweinen. Mich vor Schmerz am Boden kringeln und die Wechseljahre verfluchen. Die machen die ganze emotionale Scheiße echt nicht einfacher. Aber es fällt mir schwer mein Herz zu verschließen, wenn ich sehe wie jemand im Leben strauchelt. Ungefragt. Wir werden nie gefragt, welche Last wir tragen wollen. Man packt sie uns drauf.
Manchmal ist es vielleicht wie eine Kette, die einen nicht vom Fleck kommen lässt.
Ich rette aber niemanden mehr. Weil man niemanden retten kann. Man kann sich nur selbst retten. Und das ist der Punkt. Man kann unterstützen. Aber nur wenn jemand selbst will. Sich aufdrängen, belehren etc. ist per se Schwachsinn. Und unterschwellig funktioniert nicht. Alles ist interpretierbar und im Zweifel gegen den Angeklagten. Du brauchst die richtige Wortwahl, das richtige Tempo, die richtige Gelegenheit und überhaupt den Sechser im Lotto. Stattdessen steht man sich auch einfach selbst im Weg. Und zum Schluss. Naja. Sagte ich schon, ich hab versagt?
Vor 20 Jahren hätte man mich retten müssen. Weil ich in etwas geraten war, was mich durchgerüttelt hat. Wo jeder Plan eine Halbwertszeit von einem halben Tag hatte. Wo du heute gut und morgen böse bist. Und so weiter. Mal von Wut ganz zu schweigen. Aber eher die psychische Schiene. Kognitive Dissonanzen. Nervenkostüm am Ende und im Dauerstress. Am Ende habe ich jeden Morgen abgecheckt wie die Lage ist. Ich kenne dieses Gefühl. Nur war ich alt genug, um mich nicht immer anpassen zu müssen. Und auch rauszuwachsen und mittlerweile auch zu verstehen. Auch wenn ich immer schuld war und phasenweise echt durch den Wind, mein Selbstwert war nie am Boden. Vielleicht war das mein Glück.
Aber vor allem war ich kein Kind mehr. Ich war nicht ausgeliefert oder angewiesen. Noch musste ich bedingungslos lieben bis zum bitteren Ende. Mein Überleben lag in meiner eigenen Hand – mehr oder weniger. Ich mag mir das gar nicht vorstellen, wie das für ein Kind ist. Und welche Spuren es hinterlässt. Was Vertrauen in Menschen, die Welt und Interaktion betrifft.
Ich hasse das Universum. Sagte ich das schon? Ach nein, ich verfluche es nur.
Narzissmus kann übel sein, wenn du auf der anderen Seite stehst. Und Narzissmus ist nur ein Spielball von vielen in dem Spiel. Aber man lernen ihn zu verstehen und die Vorgänge, die er in einem auslöst. Und genauso kann der Narzisst verstehen und sich ändern. Manches verwächst sich auch. Darum wiederholen sich Dinge nicht zwangsläufig. Nur weil man beim ersten Mal nicht verstanden hat.
Und manchmal hat alles auch mit den Umständen zu tun. Wenn man allein in die Welt rausgeht, weg von daheim, dann kennt man vielleicht auch nur diesen einen Menschen. Da muss man nicht isoliert werden, dann ist man es. Und das macht das Spiel dann so übel. Ohne das der andere bewusst eingreifen muss, um dich zu isolieren.
Ich hab auch erst 10 Jahre später verstanden. Auch wenn das nicht zwingend meinen Heilungsprozess verbesser hat. War eh schon alles vergessen und verdrängt. Und nur noch im Tagebuch ersichtlich. Was ich vorkramte als mir jemand anderes begegnete, der offensichtlich anders war. Und auch unberechenbar. Diese Unberechenbarkeit. Ganz übel. Ich hab versucht zu verstehen. Und dabei Dinge gelernt.
Leider auch zu gehen. Mit dem unguten Gefühl, das eben nicht alles gut wird. Aber es nicht in meiner Hand liegt. Damals fiel es mir leichter. Vielleicht weil meine Angst heute eine andere ist. Damals hatte ich vor dem Menschen Angst. Seiner Wut und Unberechenbarkeit. Heute nicht. Vielleicht noch nicht, wer weiß. Aber heute habe ich jedenfalls mehr Angst, um ihn. Ich hätte ihn stattdessen lieber wachsen sehen. In seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
Ich hab damals nicht mein Herz verschlossen und werde es jetzt wieder nicht tun. Auch wenn das mein Muster ist, warum Menschen, die anders sind, bei mir aufschlagen.
Mir fehlt mal wieder Musik zu all der Scheiße. Und ich hasse es, wenn ich keine Musik habe. Mein estnische Blut kann nicht ohne.
Vielleicht lasse ich die KI was schreiben. Derweil muss Enno herhalten.
Weißt du dass alles bald viel besser wird
Schlimmer als jetzt kanns ja nicht sein
Du wirst merken wie die Trauer in dir stirbt
Hauptsache du lässt dich drauf einUnd Alles wird gut
Ja, Alles wird gut