Wahre Liebe gabs nur damals

Jetzt hat Simon den Vogel abgeschossen. Also nicht, dass Beziehungen heute schnelllebig sind. Und man immer noch nach was besserem Ausschau halten kann weil größerer Markt als früher. Und dann noch all diese Selbstverwirklichung etc pp. Da haben ja schon viele drüber referiert. Alles keine neue Erkenntnis. Aber zu behaupten, ja meine Großeltern, die haben ne glückliche ehe geführt. Früher konnte man noch lieben heute nicht mehr.

Ich habe mittelschwer Schnappatmung.

Wahre Liebe ist also, wenn Frau dem Mann gehört. Weil das war zu der Generation so. Kein Konto, kein Beruf. Ohne Erlaubnis des Mannes. Vergewaltigung in der Ehe war erlaubt. Das Rollenbild der Frau war klar definiert als „sie muss für ihn bzw. de Kinder da sein und mehr nicht“. Wie viele Frauen sind bei ihren Männern geblieben, obwohl diese sie schlecht behandelt haben. Geschlagen etc. Weil sie eben ohne ihn nicht zurecht gekommen wären bzw. Angst hatten es nicht zu können. Und das soll jetzt wahre Liebe gewesen sein?

Aber wahrscheinlich fehlen mir die männlichen Hormone, um das zu umreißen. Oder Simon bzw. seinem Freund etwas Wissen darüber, dass damals weiß Gott nix geglänzt hat wie Gold, nur weíl die Großeltern von Simons Freund ne scheinbar gute Beziehung geführt haben bzw, immer noch führen. Und die eigenen gleichaltrigen Freunde wohl eher nicht.

Ich wage mal die steile These, dass aus Sicht der Frauen, eine Trennung / Scheidung sich heute besser anfühlt als sich weiter vom Ehemann schlecht behandelt zu fühlen bzw. für alles seine Erlaubnis einholen zu müssen. Und eben nicht frei für sich entscheiden zu können. Und damit meine ich nicht, dass sich heute Frauen nur scheiden lassen, wenn er sie schlägt. Nein sicher nicht. die meisten Scheidungen passieren aus anderen Gründen. Was ich meine ist, dass es für Frauen heute einfach in Summe besser ist als früher. Auch wenn der Preis dafür ist, die Partner öfter mal zu wechseln. Was am Ende ja auch nie einfach ist.

Und zu so ner freien Entscheidung gehört es für mich, wenn ich mich entscheide Hausfrau und Mutter zu sein. Entgegen der progressiven Forderung, Frau muss sich auch selbst verwirklichen und Karriere machen. Es gibt für mich keine Unterschied, wenn ich mich in den Dienst des Mannes/ der Familie stelle oder in den Dienst eines Unternehmens. Am Ende ist beides harte Arbeit. Und eben keine wahre Liebe.

Wir haben nicht mal ne Definition von Liebe. Wir wissen nicht mal, ob Menschen für lebenslange Beziehungen gemacht wurden. Wir schmachten halt Hollywood hinterher.

Aber nun ja, der Ex-Schauspieler Simon, der ein Psychologie-Studium abgeschlossen hat, präsentiert uns halt psychologische WissKom. Sprich er zitiert Studien, Thesen. Verpackt sie halt dann so, wie er glaubt. Bzw. verkauft das ganze dann so, dass die Konsumenten glaube, jetzt wüssten sie alles und hätten die Lösung für ihre Probleme. Doppelt so erfolgreich is der Liebeschipper. Auch Diplompsychologe. Bespiel das Thema Liebe und sie fressen dir aus der Hand. Irre wie Menschen dem quasi alles abkaufen und dann auch noch ihre „Lebensentscheidungen“ von ihm treffen lassen – em sich beraten lassen.

Und ja, das is alles genauso ne Krankheit unserer Zeit.

Aber früher war wahre Liebe.

Wer sagt Simon, dass die DDR die höchste Scheidungsrate der Welt hatte? Ganz ohne digitale Beziehungsmärkte, Kapitalismus, Anspruchsdenken etc. Sondern einfach nur, weil Frau nicht abhängig war vom Mann und du ne Scheidung in 5 Minuten durch hattest. Und Mann zwar für Kinder aber nicht für Frau zahlen musste. Aber was will ich wieder.

Aber ich will das Wehklagen der armen Männer nicht stören. Sie haben es heute auch nicht leicht.

Achtung steile These: Wahre Liebe gibts nur in Hollywood.

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