Ich wollte mich ja eigentlich mit anderen Sachen beschäftigen, aber seinen wir mal Spontan. Der Volker hat ne neue Folge und Mr. Liebeschip macht heute einen in Freundschaft. Nun ja, es geht immer weiter. Hust.
Man muss die Menschen ja nicht gleich blocken und auf 0 Kontakt gehen. LOL. Welcome im Jahr 2026 Christian. Ach ja Christian hat mal wieder ne Anfrage einer Kundin. Dieses Mal zum Thema Freundschaft.
Christian sagt, dass es aktuell viel Forschung dazu gibt, dass Menschen auch in Freundschaften immer unverbindlicher werden. Welcome im Jahr 2026. Ach Verbindlichkeit, was is das schon. Wobei bevor man mir nen Strick draus dreht, Verbindlichkeit heißt nicht wegzuziehen, um sich dann zu beschwerten, dass ich mich nicht jeden Tag aussaugen lassen will. Und noch en paar andere lustige Dinge. Ich bin kein Mittel zum Zweck. Weil man es irgendwie verdient. Weil ja die anderen. Oder was weiß ich. Ich muss gestehen, ich verspüre da langsam auch Wut. Aus unterschiedlichsten Gründen. Ich wurde weggeblock 2 Mal. Mir wurde gesagt, dass man solche Freunde wie mich nicht braucht. Ich hab jedes Mal drum gekämpft, die Freundschaft nicht wegzuwerfen. Um mich wurde 0 gekämpft als ich die Schnauze dann voll hatte.
„Wir müssen anerkennen, dass die meisten Menschen sich um sich drehen“ sagt Christian. Was ich bis zu einem gewissen Grad auch verständlich finde. Aber wir leben auch in einer Welt, für die wir nicht geschaffen wurden. Und das würfelt einiges durcheinander.
Christian hat nen Einsamkeits-Kurs? Ahhhjaaa. Gibt a Frühbucherrabatt. Ahhjaaa.
Es ist unmöglich, weil die Menschen wollen sich heutzutage am liebsten ein Tag vorher entscheiden, so ganz kurzfristig. Ich hör das auch vom Kollegen, also betrifft eigentlich alles, dass man das Gefühl hat, ähm ja, das sich nicht festlegen wollen wird sehr hochgeschätzt, sage ich mal so, jetzt ganz wertfrei. Aber das ist natürlich manchmal auch schwierig, ne?
Christian fühlt grade. Ganz stark. Weil ja kurzfristige absagen, was a kack. Wobei wir festhalten müssen, dass es auch Gründe dafür geben kann. So ein PTBS Soldat beispielweise. Geschüttelt von Alpträumen, Gefühllosigkeit, Depressionen. Der weiß heute nicht, wie es ihm morgen geht. Um Mal ein Beispiel zu nennen. Aber für die breite Masse gilt „Au das tut weh“
Und bringt im Zweifel auch deine Biochemie durcheinander, erzeugt Dissonanzen und so weiter. Das Zwischenmenschliche hat Regeln. Und unser Unterbewusstsein reagiert da drauf.
Die Menschheit feiert ähm ich sag jetzt nicht, dass sie narzisstisch ist, aber feiert äh so jetzt im weitesten Sinne narzisstische egozentrische Menschen.
Nein ich glaube nicht, dass sich das ändern wird. Ich glaube auch nicht, dass das je anders war. Nur fällt es jetzt mehr auf. Weil wir in einer gläsernen schnelllebigen Zeit leben. Und mehr Menschen Mittel und Wege für Glanz und Gloria haben. Der Mensch is halt ein Herdetier. Und Herden brauchen Leithammel, Leitkühe. Und das schillernde ist immer eine Form von Status. Es passt sich halt immer nur der Zeit an.
Ich verstehe halt manchmal nicht, wie sie sich leisten können, so unverbindlich zu sein, trotzdem so viele Freunde haben.
Weil die anderen vielleicht sehr bedürftig sind. Weiß ich nicht, bist du ja jetzt nicht mehr so. Sobald ihre Bekannten sich auch in die Richtung entwickeln wie du, werden sich auch von ihr distanzieren.
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Bedürftigkeit triggert mich. „Wenn du für uns da wärst, wärst du weniger einsam“. Ich knabbere noch, hart. Auch an diesen schrägen Manipulationen. Und ich glaub ich werde noch länger knabbern. An unterschiedlichsten Dingen. Ich bin kein Mittel zum Zweck. „Narzissmus“ hat viele Gesichter. Nur selten einen Spiegel, um sich selbst zu hinterfragen. Weil da eh nichts ist, was glaub, wertvoll genug zu sein, um zu wachsen und zu gedeihen.
Nun ja, aber wie jetzt neue Bande knüpfen?
Ihr kennt ja meine äh vielleicht meine Geheimwaffe Smalltalk, Smalltalk, Smalltalk, egal wie introvertiert ihr seid. Überall mit Leuten smalltalken, weil damit öffnest du immer wieder Türen, wo doch mal jemand durchschlüpfen kann, woraus mal mehr wird vielleicht, ne? Und auch mal dann sehr wach sein, wenn da wirklich was kommt zurückkommt, vielleicht auch so Smalltalk. Dann auch wirklich nachfassen, dann auch den ersten Schritt machen und sagen: „Hey, wollen wir nicht mal Weinchen trinken gehen oder ein bisschen trinken gehen.“ Also, wenn das Universum dann so signalisiert, okay, hier hast du was, dann auch zugreifen, so nicht, dass du das nicht machen würdest, ich sag’s nur mal so
Das Universum kann mich mal. Sagte ich das schon? Ich sehe gar nicht ein, dass das da mitquaken soll. Das macht eh nur alles kaputt.
Ich übe ja schon brav in Smalltalk. Is jetzt auch nicht so meins. Dass ich jetzt schon von Mister Liebeschip Tipps annehme. Das muss Verzweiflung sein.
Ach ja die Fragestellerin stellt fest, dass das Wegbrechen ihrer Freundschaften sich negativ auf ihre Beziehung auswirkt. Nun, Christian bietet gleich mal Paartherapie an. Wobei ich nachvollziehen kann, dass sich das auswirkt.
Wechseln wir den Podcast. Volker nutzt den Jahreswechsel, um in die Zukunft zu Blicken. Er hat ja neues Buch zu dem Thema rausgebracht. Dass er da aber mit dem Chinesischen Horoskop auf dem Feuerpferd einreitet, finde ich nur bedingt witzig. Aus Gründen. Mir Scheibenkleister egal wofür das Feuerpferd steht. 2026 kann weg. Sicher bin.
Jedenfalls wünschen sich Menschen zu wissen, was auf sie zukommt. Und je weniger das die Faktenlage zulässt, desto mehr neigen sie zu magischem Denken und glauben irgendetwas, das ihnen vermeintliche Sicherheit gibt. Weder das radikale Durchplanen noch das völlige treiben lassen erweisen sich langfristig als günstig für eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung. Am erfüllensten ist dagegen das, was man in der Wissenschaft flexible Kontrolle nennt.
Ohh ein agiles Konzept. Wie modern. „Flexible Kontrolle“ klingt auch wie ein Buzzword aus nem Manager Magazin. Und schon haben wir wieder diesen schönen goldenen Mittelweg. Das Leben kann man nicht vollständig kontrollieren. Aber man kann/ muss auf Veränderungen eingehen, um nicht unterzugehen. Und nen Plan B in der Hand haben oder X, Y Z.
Aber derzeit beobachten wir auch ein Lebensprinzip achtsamer Distanz, das zu einem sehr beliebten und wie ich finde, teils irritierenden Zeitgeist geworden ist. Natürlich ist an achtsamer Distanz vieles richtig. Von übertriebenen Gedanken und Gefühlen sollte man in der Tat immer wieder Abstand nehmen. Und Glück und Genuss finden wir richtigerweise vor allem durch den Fokus auf das hier und jetzt. Ich habe selbst schon sehr oft darüber gesprochen, aber wie immer macht die Dosis das Gift. Eine zu starke „Laissez-faire“ Haltung auf den Liegestühlen an Deck kann eine kluge Voraussicht und ein selbstverantwortliches Handeln erschweren oder sogar ganz verhindern. Wer nie an seine Zukunft denkt, verbaut sie sich. Eine solche kluge Vorausschau ist der eigentliche Grund, warum wir ständig in unserem Kopf die Zukunft simulieren. Der Mensch ist kein reines Gegenwartswesen. Achtsamkeit hin oder her. Eine Kultur, die eine solche Erkenntnis heute so implizit abwertet, wie wir es tun, verhält sich im Grunde genommen inhuman. Sprüche wie genieße nur den Augenblick und denke nicht an das, was sein könnte, waren mir daher immer schon etwas suspekt. Das mag in einem buddhistischen Kloster funktionieren, aber im normalen Leben gibt es kaum etwas hinderlicheres. Mit diesem Lebensmotto würden Sie nämlich haargenau gar nicht zustande bringen. Zu viel Achtsamkeit macht träge und verantwortungslos.
Ja, nein, kann sein. Weiß nicht ob ich das so formulieren würde und ob das wirklich Achtsamkeit ist. Oder ob da nicht wieder selbsternannte Propheten irgendwas predigen, um Geld damit zu machen und Business Leute abzocken. Und dann der ein oder andere mit draufhüpft und dann bekommt das so nen unangenehmen Drive, den man nicht mehr stoppen kann. Ja die Dosis macht das Gift man kann alles falsch anwenden. Und die Mitte, die sinnvoll wäre, verliert sich in Extremen. Und die Mitte zu treffen is eigentlich unmöglich. Wie der Podcast auch zeigt.
Am besten wäre, sie bewahren sich jeden Tag ein paar Freiräume, an denen sie sich etwas treiben lassen. Sei es, dass sie sich auf ein ungeplantes Gespräch mit einer Person an einer Straßenecke einlassen oder am Abend spontan eine Theatervorstellung besuchen oder vielleicht eine Bildungsreise mit völlig fremden Menschen über ein verlängertes Wochenende unternehmen. Lassen sie sich auf ein Dorffest einladen oder gehen Sie einfach hin, wenn es keiner tut. Wer weiß, wen Sie kennenlernen. Auf einem solchen Fest machte Paul McCartney die Bekanntschaft mit John Lennon. Eigentlich hatte er gar nicht geplant hinzugehen und auch keine Lust, aber er hat’s getan. und Sie wissen, was draus wurde. Reiten Sie die Wellen, die Sie spontan unter Ihrem Kiel auftun und genießen Sie zufällige Strömungen. Was soll schon passieren? Sie können nur gewinnen.
Das widerspricht meinem Naturell. Das klingt nach Folter. Da war Mister Liebeschip mit seinem Small Talk Tipp humaner. Aber ich glaube da is die Dating Bubble einfach verständnisvoller. Weil vielen Männern der Mut fehlt, Frauen anzusprechen. Und da war schon länger der Tipp „üben, üben, üben“ und das dann eben erstmal im Kleinen. Um Ängste et abzubauen. Volker macht einen auf extrem extrovertiert und crasht gleich mal ne Dorfparty. Weil klar, die is super geeignet zum üben. Ohm.
Aber man darf getrost darauf vertrauen, daß uns die Zukunft immer wieder in neue blühende Landschaften bringt. In dieser Wildheit liegt eine gute Nachricht. Die allermeisten negativen Zustände im Leben sind nicht anhaltend, sondern vorübergehend.
Welche KI schreibt eigentlich „dass“ mit ß? Das is doch KI, die da das Transkript erzeugt oder? Ein muß hatte ich auch. Klump-
Ab nem gewissen Punkt is es esoterisches sinnfreies Geschwafel. Aber tut mir Leid. Das Leben hat seine Grenzen und is nicht unendlich. Fenster schießen sich. Die Zukunft wird kürzer. Und nicht nach jeder Knie-OP gehen die Schmerzen wieder weg, Den Gerichtsprozess kommentiere ich lieber nicht.
Alles, das Gute wie das Schlechte kommt und geht. Wer dieses Prinzip nicht nur oberflächlich versteht, sondern wirklich verinnerlicht, der kann Ruhe in sich finden, weil es hilft, weniger unheilvoll in eine neblige Zukunft zu blicken.
Argh. Ich bin zu alt für diesen Scheiß herje. Da kann ich auch gleich auf so ein Eso–Seminar latschen.
Ja alles geht vorbei. Gut, dass wir drüber gesprochen haben.
Wir machen hier eine kurze Pause, aber lassen wir uns zum Schluss den zentralen Gedanken dieser Folge noch mal kurz auf dem Gehirn zergehen. Die Biografieforschung zeigt eindeutig, für eine gute Zukunftsgestaltung brauchen wir das, was man flexible Kontrolle nennt. Erstens, Gefahren rechtzeitig erkennen, indem man sorgfältig die Zeichen der Gegenwart liest und dabei die Zukunft immer wieder in den Blick nimmt. Aber zweitens gleichzeitig die Verrücktheit spontan zu sein, von Plänen ganz bewusst einmal abzuweichen und sich hin und wieder treiben zu lassen. Ein gelingendes und gleichzeitig glückliches Leben ist fast immer das Produkt aus diesen beiden Faktoren. Selbstverantwortlich zu sein bedeutet immer wieder nach vorne zu blicken, um keine Felsen im Flussbett zu übersehen.
Definiere Spontanität bitte. Einerseits das „Leben im Moment“ beklagen, aber andererseits Spontanität fordern.
Wo wir beim Problem sind, das ich mit dem Podcast habe. Diese goldene Mitte, die du bei den meisten Themen des Lebens brauchst, die geht irgendwie absolut verloren. Klar leben wir in einer Zeit, wo ein paar Leute glauben, sie müssen alles überwachen und kontrollieren und durchplanen. Am besten noch ein paar Influencer. Aber is das die Masse? Genauso leben nicht alle im hier und jetzt. Die Leute versuchen sich zu orientieren. Und werden überrannt mit Tipps, wie man zu leben hat. Von all den Menschen, die damit ihr Geld verdienen (wollen).
Und es ist eben auch nicht so, dass immer wieder alles gut wird. Und wir alle immer auf erfüllte Biographien zurückblicken. Und wehe deine war nicht erfüllt. Was bist du dann?
„Leben ist das, was dir passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu schmieden“ – John Lennon
„Je planmäßiger der Mensch vorgeht, umso wirkungsvoller trifft ihn der Zufall“ – Friedrich Dürrenmatt
Und ja, das Leben ist viel Zufall. Und Zufall lässt sich nicht planen. Aber er besucht auch nicht jeden. Und wenn dann auch nicht zwingend in positiver Form.
Ja alles geht weiter. Hust.
Ich geh Vögel füttern.
Manchmal träum‘ ich von deinen Händen
Jede Falte ein Roman
Suche dich in deinen losen Enden
Doch du bist verdammt nochmal nicht da