Rhabarber Tee

Ich schlürfe meinen Abend-Tee. Schauen wir mal wie Baldrian wirkt. Lange nicht mehr eingenommen. Hopfen, warum gibs keinen Yogi Tee mit Hopfen? Ja ja ich weiß, loser Tee is eh viel leckerer. Aber der hat keine Sprüche.

Der Tee sagt: „Nur wer Selbstrespekt hat, wird andere respektieren“

Und ja ich weiß, Süßholz bäh. Man trinkt keine Tee mit Süßholz. Und überhaupt kann ich eh gleich wieder alles mitnehmen. Dann teile ich ihn halt mit jemand anderen. Der ihn hoffentlich mehr zu schätzen weiß und nicht nur nörgelt. Weil nicht perfekt.

Ich springe gedanklich hin und her. Der Tee steht symbolisch. Da wo neues ist, will altes gehen. Wobei man mir die Entscheidung ja abgenommen hat. Und für sich entschieden hat. Was mir wichtig ist und was nicht. Und woran man das festmacht. Es ist nicht das erste mal, dass ich überlegen muss, ob ich etwas gegen diese Entscheidung habe. Und wie sehr ich mitspielen will in dem Weltbild, das nur die negativen Seiten des Lebens und der Menschen kennt. Und mich mit runterzieht. Und ich weiß, dass egal was ich sage, es wird falsch sein und vor allem nicht durchdringen wird. Geschweige denn sich irgendwas ändern. Und oben drüber das Damoklesschwert. Der Tropfen zu sein, der den Topf zum überlaufen bringt.

Ich habe für mich entschieden und somit auch über dich und für dich. Es holt mich auch immer wieder ein. Irgendwie auch eine Konstante.

Und dann is das dieses neue. Das hart erkämpfte. Von dem ich weiß, das es nicht bleiben wird. Die Leichtigkeit. Das Lachen. Jenseits der Schwere. Diese ein/ zwei Stunden in der Woche sind das Gegenteil von Angsthuhn und Opossum. Es ist die positive Seite des Lebens. Auch wenn sie viel zu schnell vorbei ist. Für gewöhnlich gehe ich nicht überschwänglich nach Hause. Aber dann holt es mich wieder ein. Und es hält an für ein paar Tage, bis mich das Leben wieder einholt. Und das Wissen der Endlichkeit. Und das was bleibt. Und dazu noch die Vergangenheit.

Wann hast du jemals gefragt, wie es mir geht? Wann hast du je versucht mich zu verstehen? Wann hast du dich je für mich interessiert, außerhalb meiner Nützlichkeit? Ich will nicht mehr nur nützlich sein.

Wenn sich immer nur alles um das Leben eines Menschen dreht, geht der andere unter. Ich glaube das ist immer so.

Derweil verschwimmt vor mir Autismus, ADHS, Borderline, Narzissmus und was es alles sonst noch gibt, vor mir zu einem Einheitsbrei. Ich versuch zu sortieren und zu greifen, zwischen Freud und BlingBling in irgendwelche Röhren. Das Wissen und das Unwissen. Ich hätte es gern auch mit dem alten geteilt. Weil auch es dieses Wissen bräuchte. Aber ach was will ich. Was weiß ich schon. Ich bin ja nur ein Gscheidhaferl. Irgendwie habe ich mich nie gesehen gefühlt.

Ei schau, es gibt „Grüntee Rhabarber Karamell“. Ich sterbe. Den muss ich dann aber selbst abfüllen. Aber vielleicht mache ich das. Also das abfüllen und nicht das sterben. Maracuja wird immer lecker bleiben. Aber Rhabarber … kann wer Rhabarber Kompott? Kannst du kochen? Vielleicht gibt es auch Rhabarber Eis?

Ach herje, Yogi Tee is amerikanisch. Ich ignoriere das mal.

Ich trinke jetzt wieder Rotwein. Ach stimmt da is noch ältere Vergangenheit. Die die bleibt und mit mir Rotwein trinkt. Ohne zu fordern. Ich bring das nächste Mal ne Flasche mit. Der is gut. Wo habe ich den eigentlich her?

Der Roboter dreht jetzt Kreise. Trägt die Werbetafel spazieren. Und während ich darüber Witze reiße und wir uns wundern, wundert sich lächelnd die ältere Dame – Ein Schluck Zufriedenheit – mit uns. Und nein, sie hat kein Likörsche gekauft. Sondern Tee.

„Mitgefühl kennt kein Ende. Freundlichkeit kennt keine Feinde“ sagt der klare Geist Tee. Aber auch die können keine Wunder verbringen.

Vielleicht kann er wirklich helfen der Roboter. Eine ToDo Liste auf zwei Rollen. Oder drei. Oder mehr. „Um zu überleben, müssen wir manchmal über unsere Programmierung hinauszuwachsen.“ Oder wie war das?

Und auch ich ziehe meine Kreise. Ich renne. Mit Schuhen aus Beton. Aber meine Gesichtsfarbe ist gesund. Lach. Komme ich vorwärts? Oder hänge ich auch fest? Ich weiß es nicht.

Wir haben noch gar nicht über Musik gesprochen. Ich hoffe wir kommen noch dazu.

Ich muss schlafen. Ich muss morgen ins Büro.

Wann wurd ich so das letzte Mal geküsst
War ich schon mal verlassen und habe trotzdem nichts vermisst
Bin ich wirklich offen für die Schönheit jeder Chance
Greif ich nach den Sternen oder verschwende ich mich bloß

Ich kann dir nicht erklären was ich gerade denke
Ich kann dir auch nicht sagen was ich durchmach
Ich weiß selber jeder Tunnel hat an beiden Enden Licht
Und seh ich nichts

Meine Worte gehen baden mit Schuhen aus Beton
Ich bekomme keine Luft mehr und aus meinen Lungen auch kein Ton
Hier ist es zu Ende und fängt von vorn an
Kreise ziehen Kreise bis ich nicht mehr kann

Ich muss dir nicht erklären was ich gerade denke
Ich kann dir auch nicht sagen was ich durchmache
Ich weiß selber jeder Tunnel hat an beiden Enden Licht
Und seh ich nichts
Ja ich kann dir nicht erklären was ich gerade fühle
Ich kann dir nur sagen dass du gut bist
Und alles schmilzt ja alles schmilzt zusamm
Nur ich nicht

Es heisst doch alles was du liebst lässt du besser ziehen
Kommt es von selbst zu dir zurück dann hast du es verdient
Ja du bist das Gefühl das mich immer schon verfolgt
Diese bittersüße Sehnsucht die mich Tag und Nacht einholt
Wie ein aufgeregter Vogel schlägt das Herz in meiner Brust
Als kämpft es um mein Leben und gegen das du musst
Und alles kommt wie’s kommen will da kannst du sicher sein
Ja alles kommt wie’s kommen will und niemand ist allein

Ich kann dir nicht erklären was ich gerade denke
Ich kann dir auch nicht sagen was ich durchmach
Ich weiß selber jeder Tunnel hat an beiden Enden Licht
Und ich seh nur dich
Ich kann dir nicht erklären was ich gerade fühle
Ich kann dir nur sagen dass du gut bist
Und alles schmilzt ja alles schmilzt zusamm
Und ich will dich ja ich will dich

Ich brauch dich

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