Weihnachten kann dieses Jahr weg. Nachhaltig. Ich mags übrigens nicht, wenn ich das Gefühl habe, Dinge abzubekommen, die nur am Rande mit mir zu tun haben. Eine Schärfe, die ich abbekomme, weil ich gerade zur falschen Zeit das falsche gesagt habe.
„Nein“ hat sie in scharf angefaucht, als er helfen wollte und die Kiste auf den „falschen“ Platz stellen wollte.
„Mag er mich jetzt nicht mehr?“ hat sie gefragt. „Ach das würde ich nicht so ernst nehmen“ hat er gesagt.
„Warum bleiben sie dann nicht Zuhause?“ hat er gefragt. „Wegen so was bleibe ich doch nicht zu Hause“ nieste sie ins Gemüseregal.
Und du lauscht bereitwillig ihrem Klagen. Über, die die nicht nicht so arbeiten wie sie sollten. Und sonstige Sorgen. Aber nur an diesem Ort. Hauptsache du erfüllst deinen Zweck. Der ihr dient. Es geht nicht um dich. Du bist nur der Dumme, der da ist.
Du beginnst über andere genauso zu urteilen. Sie zu verurteilen. Sie zu kontrollieren. Sie zu maßregeln.
Manchmal suchen wir uns die falschen Vorbilder. Manchmal sehen wir in ihnen etwas vertrautes. Und zerstören uns am Ende noch ein Stück mehr. Hoffen und werden enttäuscht. Ich verstehe diese Mechanismen nicht. Und mag auch nicht die Absolutheit in ihren Erklärungen. Aber ich widerspreche nicht, dass wir oft in den falschen Leuten das Gute suchen. Und am Ende nur wieder das verstärken, was uns eh taumeln lässt.
Sie wird die einzige sein, die dich vermissen wird. Ein Satz wie ein Stich. Als wärst du es nicht wert, dass andere dich vermissen. Und es gibt sie, die anderen. Mehr als nur mich.
Ich schleich nach Hause. Es zerreißt mich. Ich kanns nicht kontrollieren, nicht stoppen. Ich hatte gehofft, mehr Zeit zu haben. Zeit zu haben, Spuren zu hinterlassen. Andere Spuren. Drei Wochen habe ich gebraucht, um den Punkt zu erreichen,zu überlegen wie ich dir Kraft geben kann für den großen Schritt, den du vor dir hast.
Nun ja. Seit gestern habe ich keine Zeit mehr. Gar keine. Aber ich bin mehr wert, als solche Spielchen zu spielen. Und mich auf dieses Heute gut und Morgen böse einzulassen. Bzw. nur in bestimmte Momenten gut sein zu dürfen. Und ich werde nicht diskutieren „ja aber gestern hast du“. Wen interessierts. Gestern war warm und heute ist kalt. Ich behalte dieses Warm in meinem Herzen. Ich will es nicht kaputt diskutieren. Ich weiß, dass da ein Teil ist der mich nicht ganz so doof findet.
Die Worte scharfe Klingen. Surreal. Verstörend. Falscher Film.
Also ziehe ich die Reißleine.
Mein Geduldsfaden ist lang und meine Zuneigung groß. Aber ich begehe keine emotionalen Selbstmord mehr. Ich bin zwar sehr traurig, aber ruhig.
Niemand muss sich so behandeln lassen. Auch du nicht.
Ich schau in den Spiegel. Meine Augen gleichen deinen von gestern. Sie sind nicht nur müde. Aber trotzdem gehe ich zu denen, die sich ehrlich freuen, wenn sie mich sehen.
Entbindung tut weh. Drum prüfe, wer sich ewig bindet.
Ich gehe nicht. Anders als du. Ich bleibe. Jeden Tag. Jeden Tag werde ich da sein. Um sie spüren zu lassen. Ich hab einen Grund gesucht morgens aufzustehen. Ich hab ihn gefunden. Mein Blick wird sprechen. Jeden Tag. Mein Blick wird der Spiegel der Spuren sein, die sie hinterlassen hat.
Manche werden einen vermissen, weil sie ein Werkzeug für ihr Ego verloren haben. Andere werden dich vermissen, weil du ihnen als Mensch wirklich etwas wert warst.
Weihnachten kann dieses Jahr weg. Schnee fällt dieses Jahr auch nicht. Wobei. Gestern hatte die Vorhersage eine Flocke. An Heiligabend. Wer weiß.
Als man die Wärme noch sah, mmh
Schnee fällt von allein, mmh
Danach bleibt nichts wie es warMir wird kalt, ich werde klein
Fang an wie der Wind zu heulen
Mir wird kalt, ich werde klein
Fang an wie der Schnee zu fallen