Ich bin jetzt stolzer Besitzer von Weihnachtssocken, die mir 6 Nummern zu groß sind. Supermarkt-Cheffe und ich kommunizieren jetzt über Schriftrollen. Ich finde das hat was. Aber ich habe jetzt Weihnachten. Ich lese später. Kommen wir derweil noch mal kurz zu KI und meiner Mission.
Tagebuch
Eigentlich kein echtes Tagebuch mit täglichen Einträgen. Aber wenn mich mal was bewegt, dann kommt das hier rein
Die Welt is verrückt
Mir wäre es lieber gewesen, die breite Bevölkerung hätte weiterhin nicht gewusst, wo Magdeburg liegt. Oder wie die Dame beim Bahnschalter damals sagte „Haben die da einen Bahnhof?“. Es ist halt doch meine alte Heimat. 50km entfernt bin ich aufgewachsen. Unschuldige Menschen aus dem Leben gerissen. Für nichts. Für Drogen. Für Aktivismus. Für Wahn. Ein Arzt. Ein Psychiater. Der eigentlich eine Eid für das Leben geschworen hat. Ich hasse es, wenn Kinder sterben müssen. Ein Bub aus Bayern, erst vor kurzem nach Sachsen Anhalt migriert.
Sortier ein
Der Vorteil der meisten Menschen ist, dass sie in sozialen Interaktionen nicht bewusst denken. Das ist wie mit dem Laufen. Wenn du darüber nachdenkst, welchen Muskel du wie wann bewegen musst, um eine Schritt vorwärts zu gehen oder einfach nur zu stehen, dann fällst du um. Wenn der Autopilot läuft, dann ist alles locker und easy und smooth. Nur ist der Nachteil des Autopiloten, dass er auf ein Regelwerk angewiesen is. Und oft auch einfach nur mit anderen mitläuft. Schubladen, Wissen aus der Vergangenheit, Herdentrieb. Um dann auf die schnelle zu entscheiden, was richtig oder falsch ist. Und wer dann halt nicht in eine bestimmte Schablone/ in ein Raster passt, der rutscht halt durch. Soll heißen, man eckt an, wird abgelehnt. Und findet auch selbst keinen Bezug zu den anderen. Und zerdenkt dann halt zu viel und fällt auch hin. Alle reden immer von Vernunft. Aber irgendwie ist ein entspanntes Leben das Gegenteil davon.
Vielleicht Nein
Ich bin grad ein trauriger Weihnachtsmanny. Das macht den Job echt schwer. In drei Wochen kein Hallo durchzusms, ist kein Vielleicht und auch kein Supi. Es ist ein Nein. Ohne es zu sagen. Und das Universum war diese Woche auch der Meinung, dass ich nicht nachfragen kann. Ich will aber auch nicht betteln. Und ich will keine Stress machen. Das ist das Gegenteil von dem was ich wolle. Und ich will keine Pflicht „Muss man sich die Zeit nehmen“ sein.
Wer bin ich?
Heute ist so ein Tag, da würde ich gern nach Hause kommen und den Tag einfach gern vergessen. Mich andocken und all den Scheiß wegkraulen lassen. Ich scheitere aber schon am nach Hause Kommen. Muss man ja nicht wenn man Heimarbeit macht. Stattdessen sitze ich jetzt da, mein Kopf dreht Kreise. Und eigentlich sollte mir der Mist eh egal sein. Aber es macht immer was mit einem.
Arbeiten wir um zu leben? Oder leben wir um zu arbeiten? Wie mal die Mutter meiner besten Freundin aus Schulzeiten fragte. Ich frage, ob wir arbeiten, um zu leiden?
Schattenspringer
Der Roboter war heute im Einsatz. Is ne Frau hab ich gelernt. Es spricht mit weiblicher Stimme. Womit ich jetzt wirklich nicht gerechnet hätte, waren die beiden Damen heute Mittag. Zugereiste Mitbürgerinnen mit muslimischen Hintergrund. Ich vermute die jüngere hat mit Handy nach dem deutschen Wort gesucht und dann den Wegweiser bedient. Die ältere schaute skeptisch, trabte aber brav hinterher. Zu den Nudeln vermutlich. Da stand er emm sie dann rum, als ich Richtung Kasse ging. Habe dann Knopp betätigt, dass ihr Job erledigt ist. Also fuhr sie los und einem Herren mittleren Alters quasi in die Arme. Der grade um die Ecke bog. „Was is das denn?“ fragte er verwirrt und schüttelte den Kopf. Ich sagte „Das ist die Frage“. Wir lachten.
I Robot
Ich bin gestern über den Marketing-Roboter im Supermarkt gestolpert. Verweigere noch ihm Weihnachtsgeld auszuzahlen. Auf diese KI Teile habe ich ja nur gewartet. Wobei da gibs noch diese KI Einkaufwagen. Mal gucken was das nächste Jahr so bringt. Der Marketingroboter kann nicht wirklich viel, außer dir den Weg z bestimmten Abteilungen zeigen und dich hinbringen oder seine Bauch als Werbebildschirm präsentieren. Oder im Weg rumstehen.
Walls – too scared to move at all
Ich habe Jetlag. Quasi. Mein Biorhythmus is durcheinander. Nachdem ich jetzt ne Woche um 20:30 Uhr mit der 11jährigen ins Bett bin und um 5:45 Uhr aufgestanden bin. Um dann um 6:35 Uhr mit Kind und Hund das Haus zu verlassen. Bei Wind und Wetter. Und ja wir hatten Wind und Wetter. Und ganz viel Kackahaufen. Und fast täglich auch morgens Kotze von der Paliativkatze. Wenn ich dann um kurz nach 7 Uhr am Laptop saß, war ich quasi schon gegrillt.
Ruhe
Hm. Alles ist still. Ich räume auf. Finde kaum eine sinnvolle Doku oder ähnliches. Musik is irgendwie auch nicht so der Bringer. Ich räume auf. Ich miste aus. Ich vermute Schwingungen der Umzugstruppe.
Ich fühle nichts. Nicht, dass ich erkaltet wäre. Das spürt man auch, das is ein innerer Druck. Es ist eher Ruhe. Einfach nur Ruhe. Keine Leere. Nur Ruhe. Entspannung.
Was tut dir gut?
Ich weiß noch nicht so genau, was ich mit den Erfahrungen meiner Trinkgeldaktion mache. Ich könnte ne Studie veröffentlichen. Aber die is dann wie so viele nicht reproduzierbar. Unabhängig davon würde ich lügen, wenn ich sagen würde, das es nicht auch bei mir Spuren hinterlässt. Falls ich das ganze noch mal machen würde, dann muss ich mir nen Vortrag überlegen für dieses „Wofür?“/ „Weshalb?“. Oder ich sag einfach „Warum nicht?“. Die ganze Aktion kostet mich übrigens weniger als ich früher in einem Monat verraucht habe. Muttern meinte, die beim Zahlarzt haben da auch ne Kaffeedose stehen. Ich muss ja Montag. Beim Frisör war ich gestern. Muttern letzte Woche. Mutter bei der Chefin, ich bei der Angestellten. Gleicher Preis, gleiches Trinkgeld. Ich nenne es soziale Gerechtigkeit.